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Erinnerungskultur im Fach Geschichte

Am 22. Juli 2016 tötete ein rechtsextremistisch motivierter Attentäter neun junge Münchner und Münchnerinnen am Olympia-Einkaufszentrum. Die Anerkennung der Tat als rassistisches Attentat erfolgte erst Jahre später – nicht zuletzt dank des beharrlichen Einsatzes der Angehörigen.

Das dokumentarische Theaterstück Offene Wunde von Tunay Önder und Christine Umpfenbach erzählt vom Weiterleben der Hinterbliebenen und macht sichtbar, wie rassistische Strukturen in unserer Gesellschaft wirken. Grundlage des Stücks sind zahlreiche Gespräche mit Angehörigen, Juristen und Juristinnen, Politiker und Politikerinnen und Mitarbeitenden von Sicherheitsbehörden.

Im Vorfeld der Aufführung konnten unsere 11. Klassen mit Regisseurin Christine Umpfenbach im Unterricht sprechen und mehr über die Entstehung des Stücks erfahren. Besonders im Mittelpunkt stehen die Stimmen der Geschwister der Ermordeten, ihr Umgang mit dem Verlust und die zuvor kaum öffentlich wahrgenommenen Erfahrungen.

Nach der Vorstellung berichteten die Mutter und die Schwester von Hüseyin, einem der Opfer, eindrucksvoll von ihrem Schmerz, den Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden und ihrem Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung und Erinnerung. Deutlich wurde, wie sehr sich die Angehörigen zu einer eigenen Interessengruppe zusammenschließen mussten, um für ein würdiges Gedenken einzutreten.

Die Angehörigen wünschen sich, dass möglichst viele Menschen am 10. Jahrestag des Attentats – am 22. Juli 2026 – an der Gedenkfeier teilnehmen. Auch unsere Schule möchte ein Zeichen der Solidarität setzen und zur aktiven Erinnerungskultur beitragen.

Peter Koch, Bettina Mehic und Silke Matschey